Rückblick auf 20 Jahre Bildschirmtext

Bildschirmtext basiert auf einer Idee des Engländers Sam Fedida, der Anfang der Siebziger Jahre die Möglichkeiten von Fernsehen, Telefon und Datenbanken zu einem System namens Viewdata verbindet, woraus letztlich die Teletex-Dienste und auch unser Btx entstehen. Im Juni 1980 beginnt die Deutsche Bundespost in Düssel­dorf und Berlin mit groß angelegten Feldversuchen. Der Mai 1981 bringt dann die Einigung der europäischen Postverwaltungen auf einen gemeinsamen Videotext­standard: CEPT. Bundesweit ist der Bildschirmtextdienst seit Juni 1984 erreichbar. In der Folgezeit steigen die Anschlusszahlen bei Btx von 40000 im Januar 1986 auf 50000 im August 1986.

Die Post bietet die MiniTels und Multitel für die Teilnehmer an und private Anbieter machen ihr vor, wie andere Telekomdienste in das System integriert werden kön­nen. Der Anbieter Gutacker bietet den Btx-Telefax-Verbund an, was später von der Post auch realisiert wird. Im gewerblichen Bereich wird Btx zunehmend in Form von CBGs (geschlossene Benutzergruppen) für Bestellsysteme, Aussendienststeuerung etc. genutzt. So zum Beispiel in der Reise- und Automobilbranche. Ende 1987 wird die so genannte Schallmauer durchbrochen, die Teilnehmerzahl überschreitet erstmals die 100 000 Marke.

Mit der Freigabe von Software-Dekodern für Personal Computer Anfang 1989 durch die Post wird ein entscheidender Schritt getan, um auch im privaten Bereich die Anschlusszahlen in die Höhe zu bringen. Heute benutzen 4 von 5 Neuanmeldern Softwaredekoder, wie eine neuere Statistik der Telekom zeigt.

Wie sich Bildschirmtext weiterentwickeln wird hängt davon ab, wie schnell die Telekom die flächendeckende Bereitstellung der Zugänge mit 1200/1200 und 2400/2400 bps und den Ausbau des ISDN voranbringt. Dass ein elektronisches Medium wie Bildschirmtext ständigen Veränderungen unterworfen ist, kann auf der Eingangsseite *0# mit der jeder begrüßt wird, jederzeit festgestellt werden. Der Menüpunkt "Neues zu Btx" erfährt natürlich laufende Aktualisierung. Ende 1991 stellt die Telekom ein neues Konzept für das Medium Bildschirmtext vor. Dieses Konzept bringt gute Aussichten für die Zukunft. Die Telekom äußert hierzu: Btx hat seine Bewährungsprobe bestanden und stellt seine Eignung in unzähligen Anwendungen tagtäglich unter Beweis. Ein weiteres Wachstum ist bei der der­zeitigen Entwicklung zu erwarten. Die Neuerungen in der Systemtechnik stellen sicher, dass die bereits realisierten Anwendungen weiterhin nutzbar bleiben.  

Im Januar 1994, das digitale Telefonnetz ISDN ist mittlerweile flächendeckend in Deutschland verfügbar, bereitet sich die Behörde auf ihre Privatisierung und den späteren Börsengang vor. Ziel ist es, den Telekommunikationssektor im darauf folgenden Jahr in ein modernes Dienstleistungsunternehmen umzuwandeln. Entsprechend wird im Januar 1995 aus der Deutschen Bundespost Telekom die Deutsche Telekom AG. Und im Herbst fällt auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin der Startschuss für die Marke T-Online. Unter dem neuen Namen werden der klassische Bildschirmtext, ein Internetzugang sowie ein neuer eMail-Dienst gebündelt. 1996 wird die spätere T-Online aus der Deutschen Telekom ausgegliedert - ihr Name seinerzeit: Online Pro Dienste GmbH&Co KG.

Schnell wird klar, dass das Interesse der mittlerweile eine Million Kunden in Richtung Internet geht. Anstatt über den Umweg Datex-J online zu gehen, beschließt man im Sommer 1997, den Nutzern den Zugang zum Internet direkt zu ermöglichen und zudem auf das Internet als zukünftiges Geschäftsmodell zu setzen. Zudem soll auch T-Online an die Börse gebracht und internationalisiert werden. Deshalb ändern sich der Name und die Gesellschaftsform mit Beginn des Jahres 2000 in T-Online International AG.

Inzwischen ist vom BTX Netz lediglich das T-Online Classic Gate übrig geblieben. T-Online Kunden können es über die T-Online Software aufrufen (Funktionen > T-Online Classic). Es wird heute nur noch für das T-Online Banking Programm genutzt.