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Gebühren früher und heute.

Gebühren früher

zaehlerIn den Wählvermittlungsstellen werden die Ortsgesprächsgebühren im Amt von einem Gesprächszähler erfasst, indem bei jedem Gespräch ein Zählwerk einen Schritt weiterdreht. Nach Einführung des Selbstwählferndienstes (SWF-Dienst) nehmen diese Zähler auch die Ferngesprächsgebühren für Gespräche auf, die der Teilnehmer durch Anwählen des fernen Gesprächspartners selbst herstellt. Diese Gebühren werden als Vielfaches der Ortsgesprächsgebühreneinheit ebenfalls vom Gesprächszähler registriert. "Gespeichert" werden die aufgelaufenen Gebühren durch so genannte Rollenzähler.

 

 

 

zaehler_b2Früher wurden die Zählerstände wohl von Hand abgeschrieben. Bereits in den Sechzigerjahren war man schon etwas weiter: Einmal im Monat kam jemand zum Fotografieren der Zähler vorbei. Die Fotos wurden dann entwickelt und später auch gescannt, die Daten wurden daraufhin dem Abrechnungssystem zugeführt.

Die in monatlichen oder kürzeren Zeitabständen an den Zählern abgelesenen Summen können nicht in Ortsgespräche und SWF-Gespräche aufgeteilt werden, so daß der Teilnehmer aus seiner Fernsprechrechnung auch nicht mehr ersehen kann, welche Gebühren für die einzelnen Ferngespräche im SWF-Dienst aufgekommen sind. Da im SWF-Dienst auch keine Gebührenansage nach dem Gespräch möglich ist, können Teilnehmer, die Wert darauf legen, die Höhe der Gebühren für die einzelnen Gespräche zu erfahren (Hotels, Gaststätten, öffentliche Sprechstellen), einen Gebührenanzeiger gegen eine monatliche Gebühr beantragen. Er wird bei der Sprechstelle eingebaut, so daß der Teilnehmer die Gebühren für jedes Gespräch sofort ablesen kann. Wenn der Gesprächszähler im Amt einen Schritt weiterdreht, zeigt auch der Gebührenanzeiger beim Teilnehmer eine Einheit mehr an.

16 kHz-Gebührenanzeiger: Bei der z. Z. angewandten Technik des Selbstwählferndienstes werden die Zählimpulse bereits während des Gesprächs auf den Zähler gegeben und gleichzeitig über die Anschlussleitung (Asl) zum Gebührenanzeiger des Teilnehmers übertragen.

 Die früher angewandte Technik, die Zählimpulse mit Hilfe des 50 Hz-Wechselstromes nach dem Gespräch über die Asl zu übertragen, läßt sich wegen der Schwierigkeiten einer geräuschfreien Übertragung während des Gesprächs nicht wiederholen. Die Gebührenanzeiger 52, die später verbesserte Ausführung, die Gebührenanzeiger 55 (GbAnz 55) sowie die Gebührenanzeiger mit Rollenzählwerk (GbAnz 68v) arbeiten mit einer Wechselspannung der Frequenz 16 kHz, die an der oberen Grenze des Hörbereiches liegt und auf Anschlussleitungen nicht allzu stark gedämpft wird. In der Ortvermittlungsstelle (OVSt) wird die 16 kHz-Spannung von einer zentralen Stromversorgung erzeugt.

 Die Spannung zum rufenden Teilnehmer kann bei den Hebdrehwählersystemen entweder am 1. VW oder auch am 1. GW eingespeist werden. In Vermittlungsstellen mit EMD-Technik (Edelmetall-Motor­Drehwähler) ist die 16 kHz-Einspeisung nur am 1. GW vorgesehen.

 Die während eines Gesprächs eintreffenden Zählimpulse lassen in der OVSt das Relais Z im 1. GW und den Gesprächszähler des abgehend sprechenden Teilnehmers anziehen. Diese in allen elektro-mechanischen Systemen gleichen Schaltfunktionen steuern die 16 kHz-Zählimpulse auf die Anschlussleitung:

a) in Hebdrehwähler OVSt bei Einspeisung am 1. VW: durch besondere Arbeitskontakte auf dem Gesprächszähler, bei Einspeisung am 1. GW: durch Arbeitskontakte des Relais Z;

b) in EMD-Vermittlungsstellen durch einen Arbeitskontakt des Relais G im 1. GW. Dieses Relais G spricht nur an, wenn am Gesprächszähler die hochohmige Wicklung wirksam ist (1800 Q). Diese Schaltvariante wird nur für Teilnehmer, die einen Gebührenanzeiger betreiben, ausgeführt.

 Die 16 kHz-Impulse werden in die Amtsweiche eingespeist, die bewirkt, daß diese Impulse nur in die Richtung zum abgehend sprechenden Teilnehmeranschluss über die Leitung fließen und von der Richtung zum angerufenen Teilnehmer abgesperrt werden. L, C1 und C2 bilden ein Sperrfilter für die Frequenz 16 kHz, sind jedoch nur ein kleiner Widerstand für die Sprachfrequenzen. Ü, Dr, C3, C4 und C5 sperren die Sprachfrequenzen und bedeuten für die Frequenz 16 kHz einen kleinen Widerstand.

 

Gebühren heute

Bei der seit Anfang der 1990er Jahre eingesetzten digitalen Vermittlungstechnik wird der 16 KHz Gebührenimpuls durch eine Baugruppe erzeugt und je nach Kundenwunsch zum Kundentelefon übermittelt. Die Erstellung der Telefonrechnung erfolgt aber aufgrund einer Protokolldatei, die alle Verbindungen mit Zeit, Dauer und Ziel speichert.

Im ISDN werden die Einheiten dagegen nicht mehr mit den 16-kHz-Impulsen übertragen, sondern in digitaler Form als Meldung im D-Kanal. Entsprechende ISDN-Endgeräte und Tk-Anlagen können diese digitale Information für den Benutzer anzeigen.

AOCE

AOCE ist die Abkürzung für die Gebühreninformation am Ende eines Gesprächs im ISDN. Damit können ISDN-Telefone nach Beendigung des Gesprächs anzeigen, welche Kosten dabei entstanden sind. Beim Komfortanschluss ist AOCE z. Zt. im Leistungspreis enthalten. Tk-Anlagen können allein mit dieser Information eine Liste aller Gesprächsdaten erzeugen. Für die Umsetzung der digitalen Information in sogenannte 16-kHz-Gebührenimpulse für analoge Endgeräte an einer Tk-Anlage ist der Dienst AOCD  sinnvoller, da analoge Telefone nur im Gesprächszustand Gebührenimpulse auswerten können.

AOCD

Wenn Sie den Dienst AOCD beantragt haben, kann man daher während des Gesprächs die Menge der entstandenen Einheiten (und damit Kosten) sehen. Die Umrechnung der Einheiten in DM-Beträge erfolgt dabei durch das Endgerät bzw. durch die Tk-Anlage. AOCD ist die Abkürzung für die Gebühreninformation während eines Gesprächs im ISDN. Auch ISDN-Telefone können die Gesprächsgebühren bei einem laufenden Gespräch auf einem Display anzeigen. Dazu wird der Dienst AOCD von der Vermittlungsstelle benötigt. Dieser Dienst muss ggf. beantragt werden.

AOCS

AOCS ist die Abkürzung für die Gebühreninformation vor, während oder am Ende einer Verbindung. Damit bekommt der Benutzer die Möglichkeit, sich über die voraussichtlichen Kosten pro Zeiteinheit zu informieren.